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Schön.
Ach herrje.
Ich muss noch an was andres denken. Sorry.
So ein Schätzchen (meiner Erinnerung nach mit Stummelheck) in gelb oder beige hat sich ein guter Freund von mir aber so was von direkt gekauft, kurz nachdem ein gewisser Helmut Kohl 1989 persönlich die Öffnung des eisernen Vorhangs erzwungen hatte. Mein Kumpel stand total auf das Auto, er wollte es unbedingt.
Es war zur selben Zeit, als ich spontan noch auf dem Mondatlas gesucht hab, wo auf seiner Rückseite Köln und München liegen und andere Städte mit solchen erfunden klingenden Namen.

Die zigtausend Mücken in der Voreurowährung hatte mein Kumpel zur Verfügung, offenbar seinem alten Herrn zu verdanken.

Sein Vater, ein begnadeter Klempner, war ein paar Jahre vorher übergesiedelt in den Westen, ich schätze 1984. Nach diversen, ewig scheinenden, sinnlosen Schikanen hat man den Vater irgendwann in den Westen entsorgt. Der Vater hatte Hummeln im Arsch, er wollte die Welt sehen. Der Dorftratsch meint, mit Kenntnisstand 2005, dass ihm eine nicht ganz winzige, im County angesehene Baufirma in Übersee gehört. Wer weiß.

Die Mutter meines Kumpels wollte in ihrem Heimatdorf (und ihrem Land, dem einzigen, das sie kannte) bleiben, was ich verstehen kann. Also blieben auch die Kinder im Land von Egon Krenz und Pfarrer Gauck. Soweit ich weiß, wurde in einem solchen Fall erwartet, dass man sich scheiden lässt, mit Amtsstempel und blabla, bevor irgendwas anderes in Frage kommt. Ordnung muss sein.

Wenn der Vater meines Kumpels ihm Pakete schickte, dann nicht mit Kaffee drin oder so nem Scheiß, sondern eher mit Technik, und seien es nur die begehrten (leeren!) Musikkassetten (TDK oder Scotch, eigentlich Billigzeug), die in ansprechender Qualität zum Mitschneiden der Hitparade nicht zu verachten waren. Kam das Paket an, fehlte manchmal die Hälfte des Inhalts, halt ordnungsgemäß durchsucht und beschlagnahmt. Alles nach rechtsstaatlichen Gepflogenheiten. Und Obacht! Das Protokoll über die beschlagnahmten Artikel lag bei. Standard Procedere.

Irgendwie gab es noch die Chose mit den Genex-Katalogen, aber das krieg ich nicht mehr zusammen. War so eine Art Ottokatalog für Zonis Erbauung, vom Filzpantoffel bis zum Auto und Fertighaus. War ein Katalog, den kein normaler Zoni jemals sah, in dem Westdeutsche auf ihre Kappe für die Verwandten bestellen konnten. Ging aber irgendwie auch, wenn man jahrelang auf Freundschaftseinsatz an der Erdgastrasse gleichen Namens (Druschba=Freundschaft) in Russland für die DDR rabotet hatte, wofür man von der DDR einen winzigen Teil des Lohns in Devisen erhielt, aber natürlich nicht in bar, sondern auf seine Druschba-App bei Genex hochgeladen.

Wo waren wir?
Von der Chose mit den einkassierten Postpaketen abgesehen, versuchten mein Kumpel und sein Vater, sich zu treffen, in Prag, Pilsen, Karlsbad. Es war kompliziert bis unmöglich, unausgespäht miteinander einen Termin auszumachen. Man stelle sich den ganzen Buckel vor. Die Älteren wissen, dass die meisten Leute damals keine Handys hatten, auch kein Iphone. Briefe, die man mit der Post schickte, wanderten vielleicht über die Schreibtische von mehreren Unteroffizieren. Und diese Burschen konnten schließlich auch nichts dafür. "Da hast du aber leider recht, der Mensch ist gut, die Welt ist schlecht". So steht's angeblich bei Brecht, ist's nicht erfunden, ist es echt.

Sich in Karlsbad zu treffen, 30 km hinter der Zonengrenze, wo DDR-Stasi und Tschechenstasi auf jeden Fall hinter deutschen Familientreffen herumwanzten, das war aber auch nicht unbedingt weniger clever als jede andere vergleichbare Möglichkeit. Man male sich das Bild aus, der Vater, mit westdeutschem Pass, der sich mit seinem Auto und seinem Pass sowieso nicht verbergen kann, steigt in einem gar nicht mal so aasigen Hotel in Karlsbad ab und bucht optimistisch für zwei Personen.

Der minderjährige Sohn trampt inzwischen oder fährt mit der Eisenbahn irgendwie in die passende Richtung und ist irgendwann da, in seinem schnieken Parka, seinen Ost-West-Mix-Klamotten und mit seiner sorgfältig gestriegelten Hippiefrisur.

Mehrmals wurde er eingefangen, als er schon ganz nah am Hotel bzw. Treffpunkt war und wurde relativ zeitnah an der tschechisch-ostdeutschen Grenze den Fachkräften auf der deutschen Seite übergeben, oder vor der Grenze wortlos ausgesetzt.

Manchmal gelang es ihnen, halbwegs unbehelligt, dass nur die tagesgeschäftigen Maasnahmen durch ortsansässige Echtzeitzuträger an der Rezeption der tschechischen Hotels zum Tragen kamen. Das ist besser zu händeln gewesen, als wenn die offiziellen Organe aus der Berliner Republik schon vorher Wind bekommen hatten. Ich kann es nicht beschwören, ob mich die Erinnerung veralbert, aber es könnte sein, dass der Vater meines Kumpels ihm eines Tages für solche Treffen einen deutschen Pass besorgt hatte. Den er nach dem Treffen wieder mit nach drüben in den Westen nahm, während der Junior nach Hause fuhr.
Falls mich die Erinnerung in dem Punkt nicht beschickert, geht's wohl kaum verrückter.

Hatte der Junior D-Mark in der Hand, während jeder wusste, wer er ist, war den Tschechen anscheinend vieles egal, hallelujah.

Ach so: Ende 1989 kam sein Vater in die Heimat auf Besuch. Mein Kumpel ist dann nach reiflichem Nachdenken mit seinem Vater zusammen Anfang der 1990er Jahre abgezogen und ward nie mehr gesehen. Den Kadett hat er allem Anschein nach mitgenommen, es war ein Opel-fahn-is-wie-wennze-fliechst-Moment. (Ich stelle mir eine langsame Fahrt in den Sonnenuntergang vor.) Roadmovies halt. Die Ex-Frau und Mutter lebt hier wie eh und je.

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Für alle die gerne raten habe ich das Typenschild geschwärzt :)
Das Gesicht hätten Sie mir als Ascona verkaufen können, aber der hier hat schon eher Offiziersrang.
Vielleicht sogar Stabsoffizierrang, ich kenne mich bei der Marine nicht so gut aus. Es ist aber eher eine Funktionsbezeichnung als ein Dienstgrad, vermute ich mal.
Der Commodore B basierte mit sechszylindermotorisierung (2,5, 2,8 oder 3l-Maschine) auf dem Rekord C welche mit Vierzylinder zu haben war. Wegen des leichten Tauschs der Anbauteile wurden jedoch viele Rekord über die Jahre zum Commodore, ohne dass wirklich ein Sechszylinder verbaut war. Dieses Exemplar mit rechtem Aussenspiegel und Nebelschlussleuchte könnte auch so eines sein, denn es scheint nicht über Kopfstützen zu verfügen, die nach meiner erinnerung zum Umfang der Serie beim Commodore gehörten.

ich kann mich aber auch täuschen.
Sie könnten recht haben. Hatte der Commodore nicht auch einen leicht geänderten Kühlergrill mit massiverer Chromumrandung?
Faszinierend. Also wohl ein Rekord im Commodore-Anzug.
die massive Chromumrandung? stimmt. der schmale Innenring gehörte zum Rekord.

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Modellraten (liebe ÖPNV-Fahrer)! Bin selber kein Fachmann für die Zeit tief im Westen, habe aber das Typenschild gesehen.

Beim Herumspielen hat das Bild einen Rotstich abbekommen. Das gefiel mir, weil ich die alten Fotoabzüge aus der Zeit so in Erinnerung habe.

B-Ascona von Opel, würde ich sagen.
Wäre es ohne C-Säule mit auf dem Bild genauso leicht gewesen? Schon, wa? Die tausendmal gesehenen Autos aus der eigenen Frühzeit erkennt man am kleinsten Fitzelchen.
Sie sagen es.

Farbe gabs so ähnlich bei Ford Taunus, dem Nachfolger von der Knudsen-Nase, aber die Felgen hätte ich auf alle Fälle Opel zugeordnet, ein Kumpel hatte die gleichen an seinem Manta A.
Ascona B wurden ja auch als Manta-light verspottet.

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Motorfietsen aus Holland im Spiegel im Regen.


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Es ist eigentlich recht offenkundig, dass dieses rosane Moped nicht von einer Weibsperson ausstaffiert wurde, denn die würde es eher nicht so knallhart männlich auf Pointe auslegen. Stimmt das?
Möglich ist alles. Vielleicht hat auch ein gemischt geschlechtliches Team (sie Farbe, er Entchen) an dem Objekt gearbeitet? Die UrheberInnen sind mir leider letztlich unbekannt.

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Bei den Gleisbauern auf Nebenstrecken heißt so eine dicke Draisine Zweiwegebagger.


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Kein Wunder, dass das Auto kaputt ist, mit einm Kühlschrank auf der Motorhaube ist die Frontsicht ja doch stark eingeschränkt.


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